Hat’s einen erst mal erwischt ist sie nahezu unheilbar.
Eins vorneweg: Schießsport hat nichts mit John Wayne, Gewalt oder Militarismus zu tun. Ein Sport wie jeder andere, mit Kameradschaft im Verein, mit Höhen und Tiefen. Der Sport
fördert Konzentration und Körpergefühl. Auch Verantwortungsbewusstsein und Disziplin sind ein fester Bestandteil.
Vorderlader bezeichnen allgemein Waffen, die von vorne durch den Lauf geladen werden. Die Treibladung wird „pur“ in den Lauf gebracht, ein Geschoss draufgepackt und mittels eines
Zündmittels das Ganze zum Schuss gebracht.
Wie man sieht, dreht es sich hier um eine recht pure Art des Schießsports. Für Leute die den Dreck und die Arbeit scheuen, sicher nichts. Für jemand der aber Spaß am basteln,
experimentieren laborieren hat, genau das richtige. Man hat es beim Vorderladerschießen sprichwörtlich selber in der Hand, ob’s klappt oder nicht, denn man ist quasi für alle
Komponenten selbst verantwortlich. Für einen Anfänger stellen sich,denke ich viele Fragen. Ich bin selber noch nicht lange dabei, drum weiß ich das noch gut. Ein Austausch mit
erfahrenen Schützen, die das ganze schon eine Weile treiben ist sinnvoll. Die Gemeinde der Schwarzfinger ist in Vorarlberg klein aber HILFSBEREIT.
Wir freuen und über jeden Neuen!!
Was braucht man also, um das Vorderladerschießen mal auszuprobieren? Antwort: Einen Kumpel oder Bekannten, der diesen Sport betreibt. Zum Schnupperschießen darf euch jeder mit auf
den Stand nehmen. Dieser Weg empfiehlt sich sicherlich, falls Interesse besteht. Bei uns im Land kann jeder mit ernsthaftem Interesse, nach Absprache mit mir, mal ausprobieren und
schauen ob ihm das Ganze liegt. Sollte man vorhaben, richtig in diesen Sport einzusteigen, braucht man ein paar Kleinigkeiten – das ist schon wahr.
Es ist kein billiger Sport (ca. 1000 Euro am Anfang), doch kann man viel selber machen und wenn man das gröbste Zubehör zusammen hat ist’s nicht mehr tragisch. Das Zubehör ist
umfangreich und man braucht sicherlich nicht alles, aber die Standardausrüstung ist einfach Pflicht.
Den ersten Gedanken vor dem Schießen sollte man übrigens daran verschwenden, wie man die “Kanone“ nachher wieder sauber bekommt. Wer nicht sauber Putzt, dem spielt der Schwefel
der im Schwarzpulver verarbeitet ist, bald einen Streich, indem er seinen Kumpel Rost zu sich in den Lauf einlädt. Vorderladerläufe werden im Waschbecken mit heissen Seifenlauge
gereinigt.
Zur Qual der Wahl bei der Waffenwahl:
Als Anfänger und ahnungsloses Greenhorn weiß man nicht, was man kaufen soll. Ob Liegendschütze, Stehendschütze oder Pistolenschütze , die Vorarlberger Vorderladerschützen werden
dich gerne beraten, wenn`s so weit ist.f
Es spielen viele Kriterien eine Rolle, hier nur ein paar, zur bessern Orientierung:
Geiz ist Geil gilt hier nicht. Wer ordentliche Ergebnisse und eine haltbare gut verarbeitete Waffe will muss Geld in die Hand nehmen. Auch mit günstigen Waffen lassen sich (nach etwas Tuning) gute Ergebnisse schießen, aber die Läufe sind schneller ausgeschossen, die Präzision ist halt doch nicht sooo gut! Wer Ambitionen hat sollte lieber etwas mehr investieren.
Hier scheiden sich die Geister zum ersten mal. Ein Kaliber .45 ist zum Einstieg meiner Meinung nach gut geeignet. Man braucht nicht zuviel Pulver und Blei und hat trotzdem noch ein vorzeigbares Loch auf der Scheibe. Flapsig gesagt: Größeres Kaliber – größerer Bums – größerer Funfaktor – größere Kosten. Profis schießen gerne kleinere Kaliber der Präzision wegen.
Die Waffenart ist stark von der Disziplin abhängig. Es gibt hier Vorschriften, die man sich im Netz anschauen kann. Für ambitionierte Stehendschützen ist ein Scheibengewehr die richtige Wahl. Wer’s traditionell mag kann sich auf eine Hawken einigen. Wer militärische Waffen schießen möchte sollte ein Dienstgewehr kaufen.
Je nach Lauf, Zug/Feldprofil und Drall, sind unterschiedliche Geschosse optimal. Man sollte beim Kauf darauf achten, mit was man die Waffe füttern muss. Rundkugeln brauchen allgemein einen langsameren Drall, Langeschosse einen schnelleren.
Ist eine Frage des Preises, natürlich sind Custom-Waffen schön, aber auch teuer. Standardwaffen sind eben von der Stange.
Für Spaßschützen/Gelegenheitsschützen ist eine günstige Waffe wie die Investarms Hawken sicherlich nicht verkehrt. Wer’s noch ein wenig besser mag kann sie mit Diopter ausrüsten. Diese Waffe ist allerdings nicht MLAIC-konform und daher manchmal problematisch auf Wettkämpfen. Für etwas Leistungswilligere ist eine gute Hawken (Hege, DP) oder Tryon sicherlich nicht verkehrt. Für reine Präzisionsschützen empfiehlt sich ein Scheibengewehr. Fürs liegend Schießen eine Tryon Creedmore, Gibbs oder Underhammer als preiswerter Einstieg. Für Fragen bezüglich der Waffen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.
Pulver:
Ohne geht’s nicht. Schwarzpulver kann man ab18 Jahren beim Büchsenmacher kaufen.
Geschosse:
Geschosse kann man kaufen – oder selber machen.
Zuerst mal die gängigen Formen:
• Rundkugeln
• Langgeschosse
Je nach Drall und Kaliber die passende Form auswählen. Für viele Waffen gibt’s Ladedaten und Geschossempfehlungen vom Hersteller. Aber wie überall im VL-Sport gilt auch hier:
Nur Richtwerte, keine Gesetze – probieren geht über studieren. Hilfreich ist auch hier die richtigen Fragen an die richtigen Leute zu stellen. Erfahrene Schützen geben hier und
da doch mal etwas von ihrer Weisheit preis. Und das ist nicht ironisch gemeint: Klar ist, wenn man ein Rezept hat, das tut, wenn man einen Vorteil gegenüber dem anderen hat.
Drum werden Meisterschützen euch sicher keine Ladedaten auf die Nase binden (mir übrigens auch nicht...).
Ich hoffe, dass ich euch einen kurzen Einblick über das Vorderladerschiessen geben konnte.
Mit Schützengruß
Loacker- Schöch Gert Lspl. Vorderlader