Der Vorarlberger Schützenbund wurde am 9.12.1923 in Dornbirn gegründet. Von 1923 bis 1929 stand Stefan Kohler (Bregenz) dem Schützenbund als Bundesoberschützenmeister vor, von
1929 bis 1934 Josef Metzler (Bregenz), von 1934 bis 1938 Hans Ganahl (Feldkirch).
Ab 1924 veranstaltete der Vorarlberger Schützenbund jährlich ein Vorarlberger Bundesschiessen in den Waffengattungen Armeegewehr und Scheibenstutzen. Ab 1932 wurden Vorarlberger
Meisterschaften im Zimmergewehrschießen ausgetragen, ab 1937 auch im Kleinkaliberschießen.
Die erfolgreichsten Vorarlberger Schützen im Zeitraum 1923 bis 1943 waren Eduard Hämmerle, Alfred Hämmerle (beide Lustenau), Kaspar Hammerer und Hubert Hammerer (beide Egg).
Eduard Hämmerle dominierte das Schießwesen in Vorarlberg in den 20er Jahren. 1929 gewann er in Wien die Bundesmeisterschaft des Österr. Schützenbundes für Armeegewehre. Kaspar
Hammerer erzielte seine größten Erfolge in Deutschland. 1930 erreichte er beim Deutschen Bundesschießen in Köln den 2. Rang. 1934 wurde er in Leipzig Deutscher Meister mit dem
Armeegewehr. 1937 gewann Hammerer auch die österr. Meisterschaft mit dem Armeegewehr, nachdem er 1935 bereits eine Silber- und eine Bronzemedaille erreicht hatte. Alfred Hämmerle
wurde 1931 österr. Meister mit dem Normalgewehr. Seine größten Erfolge feierte er aber im Kleinkaliberschießen: 1935 wurde er Zweiter bei den österr. Meisterschaften und nahm mit
der österr. Nationalmannschaft an den Weltmeisterschaften in Rom teil. 1936 startete er bei den Olympischen Spielen in Berlin. Hubert Hammerer machte in den Kriegsjahren als
Jungschütze auf sich aufmerksam. Im August 1942 gewann er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften die Bronzemedaille, im Oktober 1942 gelang ihm mit 683 Ringen eine europäische
Jugendbestleistung im Kleinkaliberschießen.
Landesoberschützenmeister in der 2. Republik
1949 - 1954 Dr. Josef Feuerstein, Andelsbuch
1954 - 1963 Karl Deuring, Hörbranz
1963 - 1970 Arnold Ganahl, Feldkirch
1970 - 1986 Franz Josef Graf Waldburg Zeil, Hohenems
1986 - 2006 Dr. Gottfried Feurstein, Andelsbuch
2006 - 2010 Horst Halder, Bregenz
2010 - Mag. Andreas Germann
Zum techn. Verständnis:
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zehnkreisige Rundscheiben an Stelle der vor dem Krieg verwendeten vier- bzw. sechskreisigen Figurenscheiben verwendet. Ab 1923 gab es keine
Stahlmantelgeschosse mehr, sondern nur noch Patronen mit 8,15 mm Durchmesser und 46mm Hülsenlänge. Auch die Schießpläne wurden geändert. Es gab: a) drei, fünf- bzw.
fünfzehnschüssige Serienkarten bzw. dreißigschüssige Meisterkarten; dabei wurden die getroffenen Ringe zusammengezählt und entsprechend der erzielten Kreisgesamtzahl die Rangliste
ermittelt b) sog. Glücksscheiben (Tiefschußscheiben) mit verschiedenen Namen: z.B. Hauptscheibe, Festscheibe, Jubiläumsscheibe, Schlecker etc. Durch Glücksschüsse konnten auch
schwächere Schützen zu Preisen (=Besten) gelangen. Sieger wurde, wer am genauesten die Mitte der Scheibe traf. Anfangs durfte wahlweise mit dem Armeegewehr liegend (mit offener
Visierung und freiliegendem Korn) oder mit dem Scheibenstutzen stehend (mit Stecher und Diopter) geschossen werden. Dabei wurde für den Scheibenstutzen ein Zuschlag von 15%
errechnet. Später wurden diese beiden Waffengattungen getrennt gewertet.
1919:
21./22./28.9.: Freischießen der Schützengesellschaft Götzis, der erste Wettkampf nach mehr als fünf Jahren, mit 62 Teilnehmern. Sieg für Adolf Tschann (Feldkirch) auf der
Serienscheibe.
1920:
29./30.8.: Götzis: Beendigung des 10. Oberländischen Bundesschießens, das im Juli 1914 wegen der Ermordung des österr. Thronfolgers Franz Ferdinand
unterbrochen wurde.
17./18.10.: Kirchweihfreischießen in Götzis. Siege für Hermann Fend (Götzis) in den Bewerben Meisterkarte und Serienkarte.
1921:
29.7.: Besprechung sämtlicher Schützengilden Vorarlbergs im großen Sitzungssaal der Landesregierung. Der Entwurf der Landesregierung bezüglich der Bildung von
Sportschützenvereinen wird angenommen und die Bildung eines Landesschützenbundes beschlossen. Zur Erledigung der notwendigen Vorarbeiten wird ein Ausschuß gegründet.
1922:
Laut einer Verordnung der Landesregierung vom 25.8. kann der zu bildende Vorarlberger Schützenbund über das Vermögen der aufgelösten
Schützengesellschaften (Schützengilden) verfügen.
1923:
9.12.: Gründung des Vorarlberger Schützenbundes in Dornbirn. Der Vorarlberger Schützenbund bezweckt laut Statuten "die Vereinigung aller im Land
befindlichen Schützengesellschaften". Er bezweckt ferner "das heimatliche Schießwesen auf einheitlicher sportlicher Grundlage, unter Ausschaltung aller militärischer Fragen und
Entkleidung jedes millitärischen Charakters, zu erhalten und auszugestalten. 20 Schützengilden treten dem Schützenbund bei. Bundesoberschützenmeister wird Stefan Kohler (Bregenz);
Hubert Rhomberg (Dornbirn) übernimmt das Amt des Stellvertreters.
1924:
29.6. bis 2.7.: 1. Vorarlberger Bundesschießen in Feldkirch. Die "Bundesmeisterschaft von Vorarlberg", gleichbedeutend mit dem Titel "Meister von Vorarlberg", erreichen fünf
Schützen: Heinrich Gaugg(Scharnitz/Tirol); Eduard Hämmerle (Lustenau); Kaspar Hammerer(Egg); Major von Matt (Bregenz) und Fußenegger (Dornbirn). Die weiteren Sieger des
Bundesschießens: 5-er Serie: R. Rhomberg (Schruns) ; 30-er Serie: Major von Matt. Insgesamt 14 Freischießen während des Jahres.
1925:
8.3.: Bundesversammlung (=JHV) des Vorarlberger Schützenbundes in Götzis unter dem Vorsitz des Bundesoberschützenmeisters Stefan Kohler. Dem Bund gehören 22 Schützengilden mit
mehr als 800 Mitgliedern an.
23. bis 26.5.: Eröffnungsschießen auf dem neuen Schießstand in Schwarzach: Sieg für Hermann Fend (Götzis) in der 5-er Serie und für Kaspar Hammerer (Egg) auf der
Meisterkarte.
1.bis 14.8.: 2. Vorarlberger Bundesschießen in Dornbirn. Sieg für Josef Denifl (Fulpmes) in der Bundesmeisterschaft. Otto Koch (Dornbirn) erreicht den 4. Rang. Josef Breuß
(Schwarzach) gewinnt den Bewerb Serienscheibe. Im Bewerb Meisterscheibe erreicht Kaspar Hammerer den 2. Rang.
1926:
6.6.: Sieg für Dr. Feurstein (Feldkirch) bei einer Schützenveranstaltung in Salzburg.
28.6. bis 4.7.: 3. Vorarlberger Bundesschießen in Egg, erstmals mit getrennter Wertung Armeegewehr und Scheibenstutzen. Die "Bundesmeisterschaft von Vorarlberg" erreichen zehn
Schützen. Die einzelnen Sieger sind: a) Hauptscheibe Franz Friedle (Lechtal), b) Serienscheibe Hans Bertle (Dornbirn),c) Meisterkarte Armeegewehr Eduard Hämmerle (Lustenau), d)
Meisterkarte Stutzen Kaspar Hammerer (Egg), e) Prämie Armeegewehr Eduard Hämmerle, f) Prämie Stutzen Kaspar Hammerer.
18.8.: Sieg für Eduard Hämmerle auf der Meisterkarte bei einem Wettkampf in Bregenz.
1927:
27.3.: Bundesversammlung des Schützenbundes in Dornbirn.
18.bis 28.6.:4. Vorarlberger Bundesschießen in Lustenau, erstmals mit einem Mannschaftswettkampf. Beste der 25 teilnehmenden Gruppen wird die Schützengilde Au, beste Vorarlberger
Gruppe die Schützengilde Lustenau auf dem 3. Rang. Insgesamt beteiligen sich jedoch 50 Schützen weniger an diesem Bundesschießen als 1926. Eduard Hämmerle gewinnt drei Bewerbe
(Serie zu fünf Schuß, Meisterkarte zu 30 Schuß, Prämie für die drei besten Serien). Die Prämie für die drei besten Meisterkarten gewinnt Kaspar Hammerer (Egg). Der Vorarlberger
Schützenbund beschließt, nicht am 18. Deutschen Bundesschießen in München teilzunehmen, da der Stadtrat München auf Drängen der Berufsmusiker-Organisation beschlossen hat, daß das
Konzertieren fremder Kapellen an den beiden Festtagen verboten sei. Die Dornbirner Kapelle, die den Schützenbund im Festzug begleiten hätte sollen, zieht daraufhin ihre Teilnahme
am Bundesschießen zurück und damit auch der Schützenbund. Dennoch ist Vorarlberg bei diesem Wettkampf vertreten: Kaspar Hammerer erreicht als Einzelschütze zwei 2. Plätze (3-er
Serie Scheibenstutzen; Armeegewehr stehend).
1928:
11. bis 15.8.: 5. Vorarlberger Bundesschießen in Bregenz. Für die Bundesmeisterschaft sind 160 Kreise Stutzen bzw. 166 Kreise Armeegewehr erforderlich. Diese Anforderungen werden
von 12 Schützen erreicht. Die einzelnen Klassensieger bzw. die bestplazierten Vorarlberger sind: a) Meisterkarte Kaspar Hammerer (Egg), b) Serienscheibe Eduard Hämmerle
(Lustenau), c) fünf beste Serien 1. Anton Freiberger (Aichach),2. Eduard Hämmerle, d) drei beste Meisterkarten 1. Anton Freiberger, 2. Kaspar Hammerer, e) Gruppenwettkampf 1.
Dornbirn, 2. Wolfurt II, 3. Wolfurt I
14.7.: Sieg für Kaspar Hammerer bei einem Schießen in Nürnberg.
1929:
23.3.: JHV des Schützenbundes in Dornbirn. Josef Metzler (Bregenz) wird zum neuen Oberschützen- meister gewählt. Der bisherige OSM Kommerzialrat
Stefan Kohler wird zum Ehrenoberschützenmeister des Schüützenbundes ernannt. Die Versammlung beschließt, daß im Ausland lebende Schützen nicht Bundesmitglieder werden können und
daß ein Schütze nur bei jener Gilde Mitglied sein kann, wo er seinen ordentlichen Wohnsitz hat.
5. bis 12.5.: Festschießen anlässlich des 50-Jahr Jubiläums des Österr. Schützenbundes in Baden bei Wien. Kaspar Hammerer (Egg) gewinnt die Bundesmeisterschaft für Scheibengewehre
(=Scheibenstutzen) , Eduard Hämmerle die Bundesmeisterschaft für Normalgewehre (=Armeegewehre) vor Alfred Hämmerle (beide Lustenau). Hammerer gewinnt außerdem die Meisterschaft
des Niederösterr. Landesverbandes. Weitere Klassensiege erringen Kaspar Hammerer auf der Normalgewehr-Meisterserie (30 Schüsse) und Alfred Hämmerle auf der
Normalgewehr-Meisterserie (60 Schüsse).
9.bis 12.8.: 6. Vorarlberger Bundesschießen in Dornbirn. Dreifacher Sieg für den deutschen Meisterschützen Emil Bachmayr (Traunstein).
1930:
28.3.: JHV des Schützenbundes in Dornbirn. Wiederwahl von Bundesoberschützenmeister Josef Metzler. Neue Satzungen werden vorgelegt und beschlossen.
Der Vorarlberger Landtag hat dem Schützenbund eine Subvention von 4000,- Schilling bewilligt. Diese Subvention wird zur Hälfte den Schützengilden zur Verfügung gestellt, zur
Hälfte für die Förderung des Jungschützenwesens verwendet.
11.5.: Wettkampf um den Bodenseepokal in Ravensburg: die Schützengilde Bregenz gewinnt vor Ravensburg und Dornbirn.
30.5.bis 2.6.: 7. Vorarlberger Bundesschießen in Feldkirch.
28.7.: 19. Deutsches Bundesschießen in Köln: Kaspar Hammerer erreicht mit 937 Ringen den insgesamt 2. Rang hinter Dietrich (Starnberg) und damit als erster Vorarlberger die
"Meisterschaft des Deutschen Bundesschießens" (erforderliche Punkteanzahl 900 Ringe). Hammerer ist auch der erfolgreichste österr. Schütze dieser Veranstaltung.
1931:
28.2.bis 2.3.: 1. Vorarlberger Landesmeisterschaften im Zimmergewehrschießen in Bregenz. Sieg für den Friedrichshafener Hans Rauch (Mitglied der Schützengilde Bregenz)
8.3.: Bundesversammlung des Vlbg. Schützenbundes in Dornbirn. Zuwachs von 300 Mitgliedern. Wiederwahl von Dir. Josef Metzler als BOSM. Der langjährige Vorstand Hubert Rhomberg
wird zum Ehrenoberschützenmeister ernannt. Die Ausarbeitung einer neuen Schießordnung im Laufe des Jahres wird beschlossen. Der Vlbg. Schützenbund ist dem Österr. Schützenbund
beigetreten.
19.4.: Gründungsversammlung des Oberländer Schützenbundes in Rankweil. Es sind dies die Schützengilden Hohenems, Götzis, Klaus, Sulz-Röthis, Rankweil und Altenstadt. Präsident
wird Toni Ender (Götzis).
2./3.5.: Wettschießen um den Bodenseebecher auf dem Berg Isel. Wie im Vorjahr gewinnt Bregenz vor Ravensburg.
30.5. bis 6.6.: 8. Vorarlberger Bundesschießen in Götzis. Schwache Beteiligung aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse (nur 200 Schützen).
27.6.bis 6.7.: 7. österr. Bundesschießen in Salzburg mit ca. 800 Teilnehmern (48 aus Vlbg.). In der Kombinationswertung der drei Waffengattungen Armeegewehr, Scheibenstutzen und
Kleinkaliber erreicht Kaspar Hammerer den 7. Rang. Im Einzelbewerb Normalgewehr gewinnt Alfred Hämmerle den Österr. Meistertitel mit 268 Kreisen. Bei Wettkämpfen in Deutschland
ist Kaspar Hämmmerle sehr erfolgreich. Er gewinnt das mittelrheinisch-pfälzische Bundesschießen in Wiesbaden, das Thüringische Bundesschießen in Gera und belegt beim
Mitteldeutschen Bundesschießen in Berlin den 2. Rang mit genau demselben Resultat wie 1930 in Köln.
21.bis 23.8.: 1. Bödele Festschießen mit einer eigenen Damenwertung.
6.9.: 1. Jungschützen-Schlußschießen seit dem Ersten Weltkrieg, veranstaltet von der Schützengilde Dornbirn. Anton Rümmele (Dornbirn) gewinnt sämtliche Bewerbe.
1932:
9.4.: JHV des Schützenbundes mit Beratungen über eine neue Schießordnung. Ein besonderer Dank ergeht an den Landtag für die Förderung des Schützenwesens. Besonders hervorgehoben
wird auch die Jungschützenförderung bei der Schützengilde Dornbirn. Von der Bestellung eines Bundesjungschützenmeisters wird noch abgesehen.
3.bis 5.7./9.bis 11.7.: 9. Vorarlberger Bundesschießen in Bludenz mit 219 Schützen.Überragender Schütze ist Hans Rauch aus Deutschland mit drei Siegen. 4.9.: 2. Bödeleschießen ,
wiederum mit einer gesonderten Damenwertung: Sieg für Frieda Hämmerle (Dornbirn).
12.9.: Bodenseeschießen um den Wanderpokal: Sieg für Ravensburg vor Dornbirn und Bregenz.
1933:
12.3.: JHV des Schützenbundes unter dem Vorsitz des BOSM Direktor Metzler. U.a. wird beschlossen: a) beim Bundesschießen wird die Normalscheibe
eingeführt, um auch den Vorarlberger Schützen die Erreichung der österr. Bundesmeisterschaft zu ermöglichen, b) bei der Vlbg. Bundesmeisterschaft wird an der 20er Karte
festgehalten, die Höhe der zu erreichenden Mindestergebnisse wird noch vor der Bundesmeisterschaft neu festgesetzt, c) beim Vlbg. Bundesschießen wird erstmals ein Vorarlberger
Meistertitel im Stutzenschießen und im Armeeschießen vergeben, Landesmeister können nur Mitglieder des Vorarlberger Schützenbundes werden.
8.6.bis 3.7.: 10. Vlbg. Bundesschießen in Rankweil. Die Ergebnisse a) Meisterkarte Hans Ludescher (Rankweil), b) Serienkarte Anton Rümmele (Dornbirn), c) Gruppenwettkampf 1.
Feldkirch, 2.Dornbirn, 3.Hohenems
1934:
März: Bei der JHV des Schützenbundes kommt es zu einem Wechsel in der Vorstandschaft. Neuer BOSM wird Hans Ganahl (Feldkirch).
3.7.: Delegiertentagung des Österr. Schützenbundes in Dornbirn. Die Delegierten beschließen, ab 1935 österr. Meisterschaften im Scheibengewehr- , Armeegewehr- und
Kleinkalibergewehrschießen auszutragen. Jede Waffengattung wird gesondert gewertet. Die Meisterschaften im Kleinkaliberschießen, der einzigen olympischen Waffengattung, gelten
gleichzeitig als Ausscheidungswettkämpfe für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.
28.6.bis 3.7.: 11. Vlbg. Bundesschießen in Dornbirn mit einigen Neuerungen, damit "außer den Kanonen des Schießwesens auch die mittleren Schützen Aussichten haben". 191 Schützen
nehmen am Bundesschießen teil. 20. Deutsches Bundesschießen in Leipzig: Kaspar Hammerer wird mit 946 Kreisen (512 Kreise stehend auf 175m Entfernung, 434 Kreise stehend auf 300m
Entfernung) Deutscher Meister im Armeegewehrschießen .Diese Leistung bedeutet gleichzeitig einen neuen Rekord für Deutsche Bundesschießen. Die Teilnahme von Hammerer an diesem
Bundesschießen war nur durch eine Sondergenehmigung des Bundeskanzleramts möglich gewesen. Das Ansuchen um Teilnahme war vom späteren OSM Dr. Josef Feuerstein gestellt und von
Landeshauptmann Dr. Otto Ender persönlich in Wien eingereicht worden.
27.8.: Bei einem Gesellschaftsschießen der Schützengilde Lustenau erreicht Alfred Hämmerle im Bewerb Armeegewehr 20-er Karte (zehnkreisige Wiener Normalscheibe auf 150m) 191
Kreise , laut VT vom 30.8. eine noch nie erreichte internationale Höchstleistung.
1935:
März. JHV des Schützenbundes. Im Schützenbund sind 23 Gilden mit 887 Schützen vertreten.
9.bis 15.8.: 12. Vlbg. Bundesschießen in Feldkirch, zugleich Österreichische Meisterschaften in den Bewerben Stutzen und Armeegewehr (jeweils stehend, knieend,liegend). August:
Österr. Meisterschaften im Kleinkaliberschießen in Wien (i.e. 30 Schuß liegend): 2. Rang für Alfred Hämmerle. September: An den Weltmeisterschaften im Kleinkaliberschießen in Rom
nimmt erstmals eine österr. Nationalmannschaft teil. Hämmerle Alfred erreicht als drittbester Österreicher 380 Ringe. Eröffnung des nach den Plänen von Architekt Hugo Wank nach
neuesten Gesichtspunkten erbauten Schießstandes der Schützengilde Lustenau bei Gasthaus zur Feldrast. '
1936:
6.bis 8.3.: Vorarlberger Meisterschaften im Zimmergewehrschießen in Götzis.
22.3.: JHV des Schützenbundes: Wiederwahl von BOSM Hans Ganahl.
28./29.6.: 13. Vorarlberger Bundesschießen in Bludenz. Die österr. Bundesmeisterschaft (260 Kreise Stutzen, 265 Kreise Armeegewehr) wird von keinem Schützen erreicht. 17.7.:
Olympiaauswahlschießen im Kleinkaliber in Wien: Theodor Janisch (Villach) und Alfred Hämmerle erreichen jeweils 292 Ringe und werden zusammen mit Navratil (St.Pölten) für die
Olympischen Spiele nominiert.
30.7. bis 9.8. : Olympische Spiele in Berlin. Alfred Hämmerle erreicht durch eine Darmgrippe geschwächt nur 281 Ringe (Janisch 291,Navratil 289), die österr. Mannschaft landet im
Mittelfeld. Oktober: Beim 40. internationalen Oktoberfestschießen in München belegt Kaspar Hammerer im Meisterbewerb den 3. Rang.
1937:
20./21.3.: Vorarlberger Meisterschaften im Zimmergewehrschießen in Götzis.
23.5.: 1. Landesmeisterschaften im Kleinkaliberschießen in Feldkirch: Landesmeister wird Kaspar Hammerer mit 531 Kreisen (180 stehend,168 kniend/183 liegend) vor Hermann Fend mit
527 Kreisen. 13.6.: Landesmeisterschaften im Stutzen- und Armeegewehrschießen in Bregenz. 27.6.bis 6.7.: österr. Meisterschaften in Innsbruck: Kaspar Hammerer gewinnt den österr.
Meistertitel im Bewerb Armeegewehr mit 960 Kreisen. Kein Vorarlberger Bundesschießen.
1938:
11.3.: Einmarsch der deutschen Truppen , Besetzung Österreichs. Der Vorarlberger Schützenbund wird aufgelöst und in den Standschützenverband Tirol-Vorarlberg eingegliedert.
Oberschützenmeister des Standschützenverbandes Tirol-Vorarlberg wird Gauleiter Franz Hofer.
2.bis 4.7. und 8.bis 10.7.: Großes Befreiungs- und Verbrüderungsschießen in Dornbirn. An diesem Wettkampf nehmen auch die beiden frisch gekürten deutschen Weltmeister Sturn und
Steigelmann teil, die vor diesem Wettkampf je einen Titel bei den Weltmeisterschaften in der Schweiz errungen hatten. Im Bewerb Serienscheibe (5-er Serie) hatte Hammerer bereits
49 von 50 möglichen Ringen erreicht, dann schießt Steigelmann 50 Ringe; Hammerer wird am letzten Tag des Schießens vom Dornbirner OSM Rhomberg direkt von der Arbeit nach Dornbirn
geholt, um die Ehre der Vorarlberger Schützen zu retten. Und auch Hammerer gelingt es, in der 5-er Serie 50 Ringe zu schießen. (damals eine einmalige Leistung) Damit belegt er ex
aequo mit Steigelmann den 1. Rang.
24.7.: Schützenfest der Schützengilde Egg: drei Siege für Kaspar Hammerer. 1. Landesschießen des Standschützenverbandes Tirol/Vorarlberg in Innsbruck: 6753 Teilnehmer.
1939:
2. Landesschießen in Innsbruck: 8586 Teilnehmer.
24.9.: Kreisschießen auf allen Schießständen des Gaus Tirol-Vorarlberg.
1940:
Juli: 3. Landesschießen In Innsbruck: 10225 Teilnehmer. Erstmals Hubert Hammerer als Jungschütze dabei. August: Festschießen in Bludenz: Eugen Heim (Thüringen) schießt in der 5-er
Serie (130m) hervorragende 50 Punkte.
1.9.: Eröffnung des neuen Schießstandes in Lustenau: Gauleiter Hofer betont in seiner Rede sein Bemühen, den Schießsport im Gau Tirol/Vorarlberg zu einem wahren Volkssport zu
machen, der die ganze Bevölkerung umfasse und so wertvolle Vorarbeit für die militärische Ausbildung der Jugend leiste.
1941:
3./4.5.: Eröffnungsschießen in Lustenau: Siege für Hugo Wank (Dornbirn) und Rosa König (Lustenau) im Kleinkaliberschießen und für den Jungschützen
Albert Deuring (Bregenz) im Weitstand. Kreisschießen in Bregenz: Gebhard König (Lustenau) gewinnt zwei Bewerbe und Hugo Wank einen. Kreisschießen in Bludenz: 2.Rang für Hugo Wank
im Kleinkaliberschießen. Kreisschießen in Feldkirch: Sieg für Karl Bonat(Dornbirn) vor Anton GAntner (Sulz) und Hugo Wank.
29.6.bis 4.7.: 4. Landesschießen in Innsbruck: 16.005 Schützen; 726 Schützen erreichen die Berechtigung, den Titel Gaumeisterschütze 1941 führen zu dürfen. Hugo Wank gewinnt einen
der beiden Hauptpreise und zwar den Preis des Reichsinnenministers Frick, i.e. ein KdF-Wagen im Wert von 1200 Reichsmark.
1942:
19.4.: Schießwettkampf in Wolfurt: Hubert Hammerer gewinnt die Bewerbe Serie und drei beste Karten und wird im Bewerb Meisterkarte Zweiter hinter Karl
Bonat. Kreisschießen in Bregenz, Feldkirch und Bludenz.
3.7.: Gauvergleichskampf des Deutschen Schützenverbandes im Kleinkaliberschießen in Innsbruck: Es gewinnt der Gau Bayern vor dem Gau Thüringen. Der Gau Tirol/Vorarlberg (mit
Albert Deuring und Huber Hammerer) belegt den 5. Rang. Sieger in der Einzelwertung wird Weltmeister Walter Gehmann (Gau Südwest). Der Reichssportführer von Tschammer und Osten
betont bei der Siegerehrung, daß im Gau Tirol/Vorarlberg im Standschützenverband unter der Führung des Gauleiters über den Gau hinaus bahnbrechende und vorbildliche Arbeit
geleistet wird. 5.7.: Jugendmeisterschaften des Gaus Tiro/Vorarlberg in Innsbruck; Albert Deuring belegt in der Einzelwertung den 3.; Hubert Hammerer den 4. Rang. 5. bis 13.7.: 5.
Landesschießen in Innsbruck: 3. Rang für Hubert Hammerer als Jungschütze in der Allgemeinen Klasse im Bewerb Stehend. Insgesamt nehmen an diesem Landesschießen 21.914 Schützen
teil; 1273 erfüllen die Bedingungen für das Gaumeisterzeichen in Gold mit Eichenlaub und können damit den Titel Gaumeisterschütze tragen. Ende August: Bei den Deutschen
Jugendmeisterschaften in Breslau siegt der Gau Tirol/Vorarlberg in der Mannschaftswertung vor Thüringen und Brandenburg. In der Einzelwertung belegt Hubert Hammerer den
hervorragenden 3. Rang., Albert Deuring wird zehnter.
Anfang Oktober: Vergleichskampf im Kleinkaliberschießen zwischen den Gauen Tirol/Vlbg. und Steiermark mit einem überlegenen Sieg des Gaus Tirol/Vlbg. Dabei gelingt Hubert Hammerer
ein sensationelles Ergebnis. Er gewinnt die Einzelwertung mit 683 von 720 möglichen Ringen und schießt damit eine neue europäische Jugendbestleistung. Hammerer erzielt genau
dasselbe Ergebnis wie Weltmeister Gehmann bei seinem Sieg beim Gauvergleichskampf in Innsbruck.
1943:
April: Lehrgang der Reichsjugendführung für die 30 besten "Hitlerjungen" der Reichsleistungsklasse im Kleinkaliberschießen in Zella-Mehlis: Hubert Hammerer (Egg) belegt hinter
Koch (Köln) den 2. Rang. Kreisschießen in Jenbach: 1. Rang für Hubert Hammerer im Bewerb Scheibenstutzen Stehend mit 134 Ringen vor den Weltmeistern Gehmann und Bachmayer.
4.bis 18.7.: 6. Landesschießen in Innsbruck: 30.432 Teilnehmer. Sieg für Hugo Wank(Dornbirn) in der Kombination.
5.9.: Gaumeisterschaften Tirol/Vlbg. : Hugo Wank wird im Kleinkaliberschießen ebenso Vierter wie im Bewerb Wehrmanngewehr. In der Kombinationswertung erreicht er den 2. Rang.
9.10.: Reichsschießwettkämpfe der "Hitlerjugend" in Innsbruck. In der Mannschaftswertung siegt der Gau Tirol/Vlbg.vor Thüringen. In der Einzelwertung belegt Hubert Hammerer hinter
Weindl (Hochland) den 2. Rang.
10.10.: Deutsche Jugendmeisterschaften im Kleinkaliberschießen in Innsbruck. Es gewinnt Koch (Köln); Hubert Hammerer erreicht den 4. Rang.
1944:
4.bis 12.7.: 7. Landesschießen in Innsbruck: 30644 Teilnehmer. 282 Schützen erreichen zum vierten Mal in Folge das "Gaumeisterschützenabzeichen". Insgesamt werden 2335
Gaumeisterschützenabzeichen gegenüber 2189 des Vorjahrs vergeben. Wichtige Publikationen über das Schützenwesen in Vorarlberg: Christoph Vallaster Schützenscheibenbuch Johann
Kaufmann Schützenwesen des Bregenzerwaldes Christoph Vallaster 500 Jahre Bregenzer Schützen- und Stadtgeschichte Adrian Deuring Das Bregenzer Schützenwesen in der
Zwischenkriegszeit Andreas Ulmer Die Bregenzer Schützen und die alten Schützenscheiben (unveröffentlichte Arbeit aus dem Jahre 1942)