Vorarlberger Schützenbund

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Die Schützengilden sind die ältesten Vereine, die es in unserem Lande gibt. Sie wurden in Zeiten gegründet, als es noch keine gesetzlichen Regelungen und behördlichen Vorschriften für solche Vereinigungen gab. Sie entsprangen dem Drang nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbständigkeit des einzelnen Menschen, aber auch der Gemeinschaft. Ihnen oblag der Schutz vor Feinden, gleichgültig woher sie kamen. Bis in die jüngste Zeit war in Österreich jeder freie Bürger verpflichtet, seine Mitmenschen und damit seine Heimat zu schützen. In Vorarlberg war während all der Jahrhunderte seiner Selbständigkeit die Ausübung der bürgerlichen Freiheitsrechte mit der Verpflichtung verbunden, Gefahren für die Gemeinschaft abzuwenden und diese zu verteidigen. Die Vorarlberger haben nie einen Eroberungskrieg geführt. Sie waren aber mehrfach aufgerufen, ihre Heimat zu verteidigen. Sie beteiligten sich an den Aufgeboten der Landstände und waren verpflichtet, dem Landesherrn zu Hilfe zu kommen, wenn er darum ersuchte. Diese Verpflichtung galt durch beinahe fünf Jahrhunderte. In beinahe jeder Gemeinde gab es Schießstände zur Ausbildung der wehrfähigen Männer. Die Befehlsgewalt führten Männer aus, die aus den Schützenvereinen hervorgingen.

Der Anschluss Vorarlbergs an Bayern bewirkte zwar die Auflösung der Selbständigkeit unseres Landes, nicht aber der Strukturen und der Organisation der Einrichtungen für die Landesverteidigung. Nach der Erhebung 1809 wurden sie jedoch durch die Entwaffnung der Schützen lahmgelegt. Die Vereinigungen der Schützen gelangten vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu neuer Bedeutung. Sie waren eine wesentliche Stütze für die Landesverteidigung. Im Landesgesetz über das Institut der Landesverteidigung vom 10.März 1895 wird ausdrücklich bestimmt: "Die Landesschützen sind grundsätzlich zur Verteidigung des Landes bestimmt".

Dies änderte sich erst nach dem Ersten Weltkrieg. Die Schützengilden wurden damals von dieser Aufgabe entbunden. Die Pflege der Jahrhunderte alten Tradition, die Ausbildung im Schießsport sowie das Erleben von wahrer Treue und Freundschaft bilden auch heute drei Eckpfeiler, auf denen das Schützenwesen festgeschrieben ist. Die sportliche Ertüchtigung ist nicht weniger bedeutend. Die Leistungen, die erzielt wurden, sind beachtlich. Der bisher einzige Olympiasieger Österreichs im Schießsport ist der Bregenzerwälder Hubert Hammerer. In Rom gewann er 1960 eine Goldmedaille. In Atlanta errang Wolfram Waibel jun. bei den Olympischen Spielen im Jahre 1996 beim Bewerb Luftgewehr eine Silbermedaille und im Dreistellungs-Match eine Bronzemedaille. Sie haben unserer Heimat und unserem Staat eine besondere Ehre erwiesen.

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Ihr Ansprechpartner

Mag. Andreas Germann
Landesoberschützenmeister
Andreas Germann
Scheffelstraße 7a
6900 Bregenz
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